Habseligkeiten

Hundertjährige Japaner voller Leben

DCF 1.0

Sie lachen, sind aktiv und wirken glücklich und zufrieden – die hochalten Japaner von Okinawa, einer Inselgruppe im Pazifik, dem Ort, an dem über 400 Hundertjährige und damit die meisten Hundertjährigen weltweit leben. Das sind 34 Hundertjährige pro 100 000 Einwohner, von denen wir in Deutschland im Vergleich nur sieben pro 100 000 haben. Nicht zuletzt inspiriert von ihrer Oma machte sich Ulla Rahn-Huber auf den Weg zu diesen Menschen, um hinter das Geheimnis des langen Lebens zu kommen und lüftet es in ihrem Buch „So werden Sie 100 Jahre, Das Geheimnis von Okinawa“, das im mvg Verlag erschienen ist. Die Fotos zu Leut und Land kommen von ihrer Tochter Eva. Rahn-Huber sprach mit den Superalten, darunter einer fröhlich-flinken 92-Jährigen Marktfrau, einem 84-Jährigen Feldarbeiter und Zeitungsausträger, der von Schlaf offenbar wenig hält sowie Karatemeistern, Schamaninnen und Professor Suzuki, der über die Okinawer geforscht hat. Rahn-Huber stellt fest: Es sind nicht die Gene, die auf Okinawa für Langlebigkeit sorgen, sondern entscheidend sind eine gesunde Ernährung und bestimmte Lebensweise, bei der neben Sinnerfüllung unter anderem auch Bewegung entscheidend ist. Die alten Menschen sind möglichst lange aktiv, selbstbestimmt, sehr respektiert und wenn sich jemand mit über 80 selbstständig machen will, ist das nicht ungewöhnlich. Rahn-Huber lässt die Okinawer mit konkreten Empfehlungen für ein gesundes Leben zu Wort kommen. Zum Schluss bietet sie ein Wochenend-Programm auf Okinawaart in unseren Gefilden an, darunter mit Rezepten wie etwa einem Süßkartoffel-Risotto, Schattenboxen und Fensterputzen reihum unter Freunden. Die Gründung eines Moai, einer Art Bank unter Freunden oder Kollegen, die regelmäßig Geld sammeln und demjenigen auszahlen, der es am nötigsten hat, ist eine andere Idee. Das Buch ist ein Lesevergnügen, charmant geschrieben und gefüllt mit lebendigen Porträts der alten Okinawer. Viva Okinawa, es inspiriert und bestärkt mich!