Yogapraxis

Solo für die Anstrengung

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und die Sache mit dem Lächeln

Und lächeln bitte! Bin dabei, mich beim Yoga Schritt für Schritt und präzise auszurichten. Es ist kraftvoll und anstrengend und ich bin dabei, körperlich an einen bestimmten Punkt zu kommen. Und dann höre ich es wieder: Und lächeln bitte! Uff, auch das noch. In der Anstrengung zu lächeln – das finde ich erst recht anstrengend. Ich will der Ansage nicht folgen, mache es dann aber trotzdem und lächle oder versuche es zumindest, um der Lehrerin zu folgen, sie zufrieden zu stellen. Oder ich sage der Ansage ab und lächele nicht, weigere mich, weil ich gerade jetzt in der Anstrengung keinen Bock darauf habe, mir das zu viel ist, mir nicht danach ist, es mich verwirrt, unnatürlich ist, zu anstrengend ist. Warum lächeln? Vermutlich hat es damit zu tun, dass sich mit dem Lächeln die Muskeln im Gesicht entspannen. Schließlich höre ich zwischendurch beim Yoga, es gehe darum, in der Anspannung zu entspannen, aber bitte wohl dosiert. Richtig anstrengend finde ich es, wenn viel zu viel hineingepackt wird: Da passiert es mir schon mal, dass ich dazu angeleitet werde, mich auszurichten, bewusst zu atmen, Bewegung mit der Atmung zu koordinieren und/oder Hilfsmittel zu benutzen, der Stimme des Lehrers und der Musik zu folgen, auf Sanskrit oder Englisch, das ich nicht verstehe, die zu laut, zu schnell oder zu schrill ist und zu der ich innerlich keinen Bezug habe und mich obendrein auf noch auf die Nachbarn zu konzentrieren, um sie bedingt durch Platzmangel nicht mit Hand oder Fuß zu erwischen – alles ein bisschen viel.
Ich möchte mir im Yoga nahe kommen und dafür den Raum haben, natürlich sein, schrittweise dran gehen, ohne Stress und Überforderung. Deshalb: Weniger ist mehr und ein Solo für die Anstrengung!