Yogapraxis

Auf dem Weg zum Sonnengruß

Yogablog Sonnenweg Foto

 

 

 

 

 

 

Der Sonnengruß, im Sanskrit Surya Namaskar genannt, war für mich erst ein Buch mit sieben Siegeln, eine Art Daumenkino, der mit der dynamischen Abfolge von Asanas in Koordination mit dem Atem ganz schön beeindruckend war und mich auch leicht überforderte. Heute strahlt der Sonnnengruß für mich heller, wärmer und klarer. Ich sah ihn zum ersten Mal in einer Vinyasa Probestunde in einer Turnhalle bei einem Dutzend Frauen, die sich auf meist lila oder rosa Matten mehr oder weniger souverän verbiegten und den straffen Ansagen der Yogalehrerin folgten. Bei meinen ersten Versuchen kam ich kaum mit, hatte zwei, drei Asanas mitgemacht und dann den Überblick verloren. Nach Freud und Frust habe ich mich dann zunächst mit den einzelnen Asanas wie Hund und Kobra beschäftigt. Dann juckte es mich, den Sonnengruß komplett zu erlernen und damit in den Flow zu kommen. Ich machte den Versuch in einem anderen Vinyasakurs. Langsam hatte ich den Überblick, kam vor allem ins Schwitzen, in die Tiefe einzelner Haltungen, lernte die Ujjayiatmung und machte immer wieder Versuche, Atmung und Bewegung zu koordinieren. Letzteres ist für mich bis heute eine Herausforderung. Irgendwann fing ich an, den Sonnengruß auch Zuhause mit einem Video zu üben, das relativ anspruchsvoll war. Koordination von Bewegung und Atmung fiel mir dabei immer noch schwer. Von Flow keine Spur. Dann dachte ich, ich könnte mir mit einem Metronom die Koordination erleichtern. Letztendlich führte das dazu, dass ich mehr als sonst unter Druck stand, erst recht außer Atem und Flow war. Trotz eines langsamen Rhythmus kam ich schwer in die Gänge und Probleme bei der Koordination blieben. Besonders bei der Einatmung mit Bewegung hatte ich Probleme und fing an, meine Einatmung mit Hilfe von Rückbeugen zu verbessern. Ich hatte den Eindruck, dass ich das Ganze zu technisch angehe und dadurch erst recht nicht in den Flow komme. Ich machte eine Pause mit dem Sonnengruß bis ich merkte, dass er mir fehlt und fing wieder damit an. Zufällig habe ich dann eine Version des Sonnengrußes entdeckt, die ich bis heute mache. Dieser Sonnengruß hat wenige und relativ einfache Asanas. Ich habe dadurch eher die Chance, mich stabil in den Asanas zu halten, fließende Übergänge zu machen, mich in der Dynamik zu spüren, Tiefe zu erleben und Varianten einzubauen. Und vielleicht komme ich damit auch irgendwann in den Flow, Geduld!