Yogapraxis

Und ich komm doch an..und zurück

Orientierung Yogastudio neu

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin ehrlich. Ich hab`s echt nicht so mit der Orientierung und ich meine das ziemlich echt und wirklich. Ich finde es schon ein bisschen phänomenal, dass ich auch nach über 20 Fahrten nicht schaffe, mit klarer, aufgeräumter und ich möchte sagen, unschütterlicher Orientierung auf meinem Fahrrad ins Yogastudio zu kommen. Das liegt nicht am Wetter. Das liegt nicht am Fahrrad und das liegt auch nicht an der Beschaffenheit der Straßen, sondern offenbar an meiner mangelnden Orientierung. Das Studio steht, wo es immer steht und ich komme einfach nicht so ohne Weiteres da an. Jedes Mal verfahre ich mich, bin zerstreut, lenke um, blicke zurück, fahre fort – wie schön, drehe mich kurz vorm Ziel gefühlt im Kreis um das Yogastudio und denke, wenn ich dann endlich angekommen bin, ja, auch heute hat mich wieder der Zufall hierher gebracht. Wie schön, ein Treffer, ein guter Tag. Ich bin dankbar. Ich hab`s einfach nicht mit der Orientierung. Jetzt, wo alles sprießt und aufblüht, fällt mir wieder ein, obwohl ich sehr gerne in der Natur bin, dass für mich so ein eigentlich imposantes Element in der Gartenkunst wie der Irrgarten, ob in England, Italien oder hierzulande etwa in der Gestalt eines sommerlichen Maislabyrinths das Letzte ist, wo ich hinkommen beziehungsweise hineinkommen mag. Da kann ich Panik kriegen. Immerhin: Der Start zum Studio gelingt mir gut. Da ist die Orientierung glasklar. Dann, am Studio angekommen, versuche ich mir vor allem die Strecke kurz vorm Ziel mit Hilfe von auffälligen Dingen auf der Straße zu merken, weil der letzte Abschnitt des Weges bei mir eben nicht so gut sitzt. Nur, wenn es beim nächsten Mal kurz vor dem Ziel wieder hapert, vergesse ich den letzten Streckenabschnitt durch und durch, den ich mir doch merken wollte. Es ist offensichtlich: Vertrauen und schließlich einer der Wege bringen mich irgendwie dann doch immer wieder ins Yogastudio. Schön! Hauptsache, ich komme an. Auf dem Rückweg geht das gleiche wieder los. Ich komme vom Yogastudio nach Hause erstmal nur mit Versuch und Irrtum voran. Vielleicht sollte ich mir Spuren legen. Immer den Räucherstäbchen nach, von Zuhause zum Yogastudio und zurück. Und jetzt, wenn es draußen heller wird, wird es nicht besser. Gerade fällt mir ein markanter Orientierungspunkt wenige Meter vor der Zielgeraden ein, den ich bildhaft vor meinem geistigen und dritten Auge habe: Nach der Ampel eine Abbiegung links der Hauptstraße bis zum Yogastudio machen. Mal sehen, a) ob der auch tatsächlich stimmt und b) ob der mir auch demnächst wieder einfällt, wenn ich ihn brauche. Und wenn nicht, dann kann ich diesen Punkt ja bei Bedarf an dieser Stelle nachlesen.